Arterfassung

Hier soll den Fragen nachgegangen werden, wie sehr die Artenvielfalt durch die Anlage einer Streuobstwiese gesteigert werden kann. Wie hoch belaufen sich die Kosten und in welchem Verhältnis stehen sie zu der Anzahl von Tier-, Pflanzen- und Pilzarten, die diesen neu geschaffenen Lebensraum von nun an bewohnen?

Das Aktionsbündnis bedient sich zahlreicher Artexpertinnen und -experten um diesen Fragen auf den Grund zu gehen. Letztlich sollen ca. 30 Personen möglichst viele Lebewesen bestimmt haben. Bei der zu untersuchenden Fläche handelt es sich um eine 2,5 ha große Streuobstwiese, welche im Jahr 2006 auf einer bis dahin intensiv genutzten Landwirtschaftsfläche, angelegt wurde. Als Partner für die Erhebungen sind u.a. Mitarbeitende des Senckenberg Museums für Naturkunde Görlitz, Mitglieder der Naturforschenden Gesellschaft der Oberlausitz e.V. und ehrenamtliche Aktive des BUND Görlitz tätig.

Die Projektergebnisse dienen zudem

  • als Grundlage für die Beantwortung der Frage, mit welchen lokalen Maßnahmen die Biodiversität gefördert werden kann.
  • als wissenschaftliche Grundlage für spätere Untersuchungen im gleichen Gebiet.
  • als Grundlagenkenntnisse für die Flora und Fauna in Sachsen.
  • als wissenschaftliches Beispiel für komplexe Erfassungen mit ökologischem Hintergrund.
  • als Datengrundlage für Planungen und Nutzungsänderungen für den Naturschutz.
  • als Information für Naturinteressierte und Touristen.
  • als Unterrichtsinhalt in den Schulen.

Durch die ermittelten Ergebnisse kann künftig besser eingeschätzt werden, was die Neuanlage von Streuobstwiesen für den Erhalt der Biodiversität bringt und was dies kostet. Durch den Vergleich mit anderen Maßnahmen zum Erhalt der Biodiversität können dann die zur Verfügung stehenden (öffentlichen) finanziellen Mittel effizienter als bisher eingesetzt werden.

Bereits über 30 Artkenner sind zu zahlreichen naturkundlichen Veranstaltungen wie der City Nature Challenge oder dem Tag der Artenvielfalt über die Streuobstwiese in Leuba gepirscht. Ausgerüstet mit Fernglas, Kescher, Lupe und Klopfschirm konnten durch die Experten/-innen bereits 892 Arten nachgewiesen werden. Und es sollen noch mehr werden. Zahlreiche Tierbestimmungen stehen noch aus, mehrere Wildtierkameras sind noch aktiv und für diesen Herbst ist eine Pilzsammelaktion geplant.